Aviation Safety und… internationale Zusammenarbeit

(Grafik: LufABw)

 

Wir alle erwarten, dass uns Flugzeuge sicher ans erstrebte Ziel bringen, dass sie uns nicht gefährden, wenn sie über uns fliegen und Gefahrenpotenziale aus technischer, operationeller und – wenn wir auf die Besatzungen schauen – auch flugmedizinischer Sicht minimiert werden. Für alle Bereiche der sicheren militärischen Luftfahrt steht das Luftfahrtamt der Bundeswehr (German Military Aviation Authority). „Aviation Safety“ – was dem Begriff einer „Sicheren Luftfahrt“ wohl am nächsten kommt – ist auch eine internationale Aufgabe. Das Aviation Safety Netzwerk ist u. a. durch einen Blick auf die beteiligten internationalen Organisationen zu erkennen.

EUMAAC (European Military Aviation Authorities Conference)

Vor zirka drei Jahren gegründet, ist die EUMAAC ein Zusammenschluss der militärischen Luftfahrtdirektoren in Europa. Sie stellt ein internes Beratungsgremium dar. Sie soll Positionen harmonisieren, neue Entwicklungen aufgreifen und vor allem Ratschlag geben, wenn sie von außen angefragt wird, wie Aviation Safety am besten organisiert oder garantiert werden kann. 2017/18 wird Deutschland mit dem Luftfahrtamt der Bundeswehr den Vorsitz übernehmen.

EDA (European Defence Agency)

Die Europäische Verteidigungsagentur ist die zentrale Agentur für die Harmonisierung von militärischen Anforderungen an die Lufttüchtigkeit in der Europäischen Union. In enger Anlehnung an die EASA Regularien für die zivile Luftfahrt hat die EDA unter Beteiligung der nationalen Experten (hier: das Luftfahrtamt der Bundeswehr) inzwischen einen Satz europäischer militärischer Regeln erarbeitet und den Nationen für die nationale Implementierung angeboten. Die EDA befasst sich auch mit militärischen Aspekten der Single European Sky (SES) Initiative oder Aviation Safety bei ferngesteuerten unbemannten Luftfahrzeugen (RPAS).

EUROCONTROL

EUROCONTROL ist ein Zusammenschluss der beteiligten Nationen und hat eine Durchführungsfunktion für die Regelung der Luftraumordnung und eine sichere Flugführung. EUROCONTROL ist daher ein wichtiger Partner mit einem speziellen Auftrag und Blickwinkel auf „Aviation Safety“.

NATO

Seit Beginn des Jahres 2016 hat die NATO das seit Jahren existierende Air Traffic Management (ATM) Committee in ein Aviation Committee (AVC) umgewandelt. Dabei war die Erkenntnis ausschlaggebend, dass eine sichere Luftfahrt nur durch einen Total Aviation Approach, also durch einen ganzheitlichen Ansatz garantiert werden kann. Deshalb „besitzt“ das Aviation Committee neben einer ATM- (ATM Communication Navigation Surveillance Advisory Group) nun auch eine Airworthiness-Säule (Airworthiness Advisory Group). Das AVC der NATO unterstützt, beschleunigt und fordert zugleich, alle Ansätze für eine sichere Luftfahrt in der Allianz und mit ihren Partnern zu harmonisieren.

EASA

Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA (European Aviation Safety Agency) beschränkt sich auf die zivile Luftfahrt. Dennoch ist es wichtig, zwischen zivilen und militärischen regulativen Behörden in engem Kontakt zu bleiben. Schließlich gilt es für die militärische Luftfahrt, wo immer operationell möglich, ein ähnliches Maß an Sicherheit in der Luftfahrt (Equivalent Level of Safety) zu erzeugen, wie die zivile Welt. Für das LufABw gilt es, sowohl die EDA mit in die Lage zu versetzen, militärische Aspekte für die Mitgliedstaaten in der EASA zu vertreten, als auch engen Kontakt zur EASA zu halten, um ggf. spezielle Aspekte aus Sicht der Bundeswehr einbringen zu können.

Fazit

„Aviation Safety und … internationale Zusammenarbeit“ ist ein vielschichtiges und komplexes Thema. Es zeigt vor allem, dass eine sichere Luftfahrt nur in einem ganzheitlichen Ansatz garantiert und verantwortet werden kann.

 

Den ausführlichen Artikel, verfasst von Generalmajor Dr. Ansgar Rieks, Amtschef Luftfahrtamt der Bundeswehr, können Sie nachlesen im cpm forum 4-2016.

 

 

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