Neuer Inspekteur CIR ab April 2017

Generalmajor Ludwig Leinhos ist Leiter des Aufbaustabes CIR und künftiger Inspekteur des militärischen Organisationsbereiches CIR (Foto: KdoLw)

Das Verteidigungsministerium gab kürzlich bekannt, dass Generalmajor Ludwig Leinhos den militärischen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum (CIR) als künftiger Inspekteur ab April 2017 führen wird. Dies war die zweite wichtige Personalentscheidung auf dem Weg Richtung Cyber-Fähigkeit der Bundeswehr. Der Luftwaffengeneral fungiert derzeit als Leiter des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum. Für die neue Verwendung kann er enormes Fachwissen im Bereich IT nachweisen. Der Elektrotechnikingenieur stammt ursprünglich aus der elektronischen Kampführung. Leinhos war unter anderem im ehemaligen Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr in Koblenz tätig und zuletzt im NATO-Hauptquartier in Brüssel verantwortlich für Cyber Defence. Man kann also durchaus von einer logischen und damit guten Personalentscheidung sprechen.

Das künftige Kommando von General Leinhos wird in Bonn beheimatet sein und ca. 300 Dienstposten umfassen. Der gesamte militärische Organisationsbereich wird in der Zielstruktur 13.500 Frauen und Männern eine neue militärische Heimat geben. In der Pressemitteilung des BMVg heißt es dazu, das Personal „wird größtenteils aus den anderen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr in die neue Struktur überführt“. Die Generierung des Personals auf Top-Niveau wird in diesem Zusammenhang jedoch eine der größten Herausforderungen für den Organisationsbereich sein. Um Personal aus den eigenen Reihen zu gewinnen, wurde an der Universität der Bundeswehr in München bereits ein entsprechender Masterstudiengang evaluiert und ein Forschungszentrum für den Cyber-Raum eingerichtet. Diese Maßnahmen ergeben das sogenannte „Cyber-Cluster“. Es soll nicht nur der Bundeswehr einen Output auf hohem Niveau liefern, vielmehr handelt es sich hierbei um eine ressortübergreifende Einrichtung – mutmaßlich im Kontext der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung. Um den Besonderheiten des Berufsbildes des „Nerds in Uniform“ Rechnung zu tragen, möchte man Quereinsteigern eine hohe Attraktivität und viel Raum für Individualität bieten. Vermehrt sollen auch Spezialisten aus der Wirtschaft per Reservistenlaufbahn gewonnen werden. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Truppe auf die ganz besonderen Ansprüche der Adressaten des erhofften zu gewinnenden Personenkreises einstellt. Individualismus versus militärische Sicherheit, Flexibilität versus Beamtentum, attraktive Vergütung versus Besoldung könnten künftig Themenfelder sein, mit denen sich Leinhos und sein Kommando beschäftigen müssen. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Kampf um die klugen Köpfe von morgen stets in Konkurrenz zur deutschen High Tech-Industrie stattfinden wird.

Bereits Anfang Oktober hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bekanntgegeben, dass die neu aufgestellte Ministeriumsabteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) von Klaus Hardy Mühleck geführt wird. Er bringt entsprechende Fachexpertise aus seiner Zeit als Chief Information Officer (CIO) bei ThyssenKrupp mit.

 

 

 

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