PATRIOT für Polen

Das Luftverteidigungssystem PATRIOT wird künftig auch in Polen in einer "hybriden" Ausführung eingesetzt werden. (Foto: Raytheon)

Die polnische Regierung hat bekanntgegeben, dass sie den Kauf des kampferprobten integrierten Luftverteidigungssystems PATRIOT bei der US-Regierung formell beantragen wird. Der Antrag sei ein wichtiger Meilenstein für Polen auf dem Weg, die sechste NATO-PATRIOT-Nation und der 14. PATRIOT-Partnerstaat zu werden äußerte sich Wes Kremer, Präsident von Raytheons „Integrated Defense Systems“-Sparte. Das Systemhaus aus Massachusetts würde die Regierungen der USA und Polens weiterhin bei dem „Foreign Military Sales“ (FMS) unterstützen. Polens PATRIOT-Lösung bietet bewährte Fähigkeiten gegen die sich kontinuierlich entwickelnden Bedrohungen, wie ballistische Raketen, Marschflugkörper sowie fortschrittliche Flugzeuge und Drohnen. Während des FMS-Prozesses wird Raytheon außerdem als Partner gemeinsam mit der polnischen Regierung und Industrie die Kompensations- und Industriebeteiligungspläne finalisieren. Raytheon hat bereits acht Verträge und mehr als 30 Absichtserklärungen mit der polnischen Industrie unterschrieben.

Die Entscheidungsfindung wurde innerhalb des sogenannten Wisla-Programms herbeigeführt. Es umfasst eine 5 Mrd. Euro Investition, die für eine moderne Luftverteidigungsarchitektur vorgesehen ist. Bereits letztes Jahr wurde durch den NATO-Staat eine entsprechende Entscheidung verkündet. Sie wurde jedoch aufgrund fehlerhafter interner Managementprozesse wieder zurückgezogen. Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz erklärte, dass die Beschaffung insgesamt acht Systeme umfasse. Bereits 2019 sollen die ersten zwei Systeme zur Verfügung stehen. Das eigentlich Überraschende ist jedoch, dass diese Systeme schon mit dem neuen Future Integrated Battle Command System (IBCS) von Northrop Grumman ausgestattet werden sollen. Das Kampfmanagementsystem befindet sich bei der US Army noch in einer Test- bzw. Machbarkeitsstudie. Polen hat in diesem Fall Nägel mit Köpfen gemacht und wird 2019 das erste Land sein, das eine entsprechende Luftverteidigungsarchitektur vorweisen kann. Ab 2020 sollen dann die Systeme mit einer 360 Grad Verteidigungskapazität zulaufen. Diese werden dann mit einem Managementsystem des Systemhauses Raytheon ausgestattet sein. Somit erhält Polen eine Luftverteidigungsstruktur, die sich aus zwei verschiedenen Komponenten zusammensetzt. Sie wird moderner sein, als die der US Army, die noch weit von entsprechenden Maßnahmen entfernt ist. Ein weiterer Beleg dafür, wie sehr Polen seine vitalen Interessen in der östlichen NATO-Hemisphäre bedroht sieht.  

 

 

 

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