Niederländer erhalten Fähigkeit im Bereich „Fördern und Hemmen von Bewegungen“ durch LEGUAN

Die LEGUAN-Brücke im Einsatz. Mit zusätzlichen Pontons ist es möglich, die LEGUAN-Brücke auch als Fähre oder als Schwimmbrücke einzusetzen. (Quelle: KMW)

Durch seine Vielseitigkeit und die einzigartigen Schutz- und Mobilitätseigenschaften des LEOPARD-2-Fahrgestells ist der LEGUAN auch für den zivilen Einsatz, beispielsweise nach Naturkatastrophen, geeignet, um die Infrastruktur wieder herzustellen (Quelle: KMW)

 

Nicht als Ergebnis des Bridging Symposiums, das Anfang Dezember am Military Engineering Centre of Excellence in Ingolstadt stattfand, ist die Beschaffung der Brückenlegesysteme der Niederländischen Armee zu sehen, wohl aber in seinem Kontext. Die Mitgliedstaaten der NATO haben in puncto „Allgemeine Aufgaben in Landoperationen“ (Einsatznah Ausbilden –Hilfen für den Gefechtsdienst aller Truppen, 2015) im Unterpunkt „Fördern und Hemmen von Bewegungen“ eine Fähigkeitslücke identifiziert. Unter anderem wurde auf dem Symposium erläutert, dass Deutschland, Polen, Italien und die Niederlande zusammen mit Hilfe ihrer Brückenlegesysteme die Möglichkeit besäßen, Flüsse mit einer Gesamtbreite von bis zu 2.900 Metern zu überbrücken. Da es in Europa jedoch fünf Flüsse gibt, die mehr als 500 Meter breit sind, ist die Möglichkeit zur Schaffung von Reserven deutlich begrenzt. Gerade vor dem Hintergrund, dass Brücken im Falle eines bewaffneten Konfliktes schnell zu begehrten Objekten werden. Da die Landes- und Bündnisverteidigung seit der aufgeflammten Konfrontation mit Russland stärker in den Fokus gerückt wurde, stehen solche Fähigkeiten der klassischen Gefechtsführung wieder auf der Agenda und mutieren vor dem Fakt der Knappheit im Bündnis zur „Hochwert-Fähigkeit“. Mit der Reichweite der Brücke ist jedoch nur ein Teilaspekt der Herausforderung im klassischen „Kampf um Gewässer“ behandelt. Die Gefechtsfahrzeuge sind bedingt durch bessere Panzerung und zusätzliche Ausrüstung deutlich schwerer geworden. Zur Verdeutlichung: Wog ein Kampfpanzer LEOPARD 2 in seiner „Urvariante“ aus dem Jahre 1979 nur  55,15 Tonnen, wiegt beispielsweise ein LEOPARD 2 A7+ als Produktupgrade „Kampf im urbanen Gelände“ 67,5 Tonnen.

Moderne Brückenlegesysteme haben also eine deutlich höhere Anforderung an die Tragefähigkeit als noch ihre Vorgängermodelle. In diesem Kontext ist auch die Beschaffung der Niederländischen Armee zu sehen:

Im Auftrag des niederländischen Beschaffungsamtes (DMO) unterzeichnete das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) am 20. Dezember 2016 einen Vertrag über die Beschaffung von fünf LEGUAN-Brückenlegesystemen auf LEOPARD-2-Fahrgestell mit Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Das gesamte Beschaffungsvorhaben umfasst zudem Ausbildungssimulatoren, Zusatzausrüstung und eine Option über weitere Brückenlegesysteme. Die Fahrzeuge werden 2019 und 2020 an das niederländische Heer übergeben. Der LEGUAN ist in dieser Variante in der Lage, zwei Brücken mit je 14 Metern Länge oder eine Brücke mit 26 Metern Länge auch unter Gefechtsbedingungen zu verlegen und zu transportieren. Die Brücken verfügen über eine Tragefähigkeit der MLC 80. Das niederländische Heer ist der sechste Nutzer des LEGUAN auf LEOPARD-2-Fahrgestell. Insgesamt betreiben Armeen aus 17 Ländern das LEGUAN-Brückenlegesystem auf unterschiedlichen Mobilitätsplattformen.

 

 

 

 

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