Deutsch-italienische Kooperation bei Ubooten verlängert

Ein Uboot der Klasse U212A (Quelle: Bundeswehr/Schönbrodt)

Konteradmiral Ruggiero Di Biase, Leiter der Koordination von Rüstungsprogrammen im italienischen Verteidigungsministerium, und Harald Stein, Präsident des BAAINBw, anlässlich der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding. (v.l.n.r.) (Quelle: Bundeswehr/Anneken)

 

Am 10. März 2017 wurde ein Memorandum of Understanding zur Fortsetzung der engen Partnerschaft zwischen Italien und Deutschland beim Bau von Ubooten zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und dem italienischen Verteidigungsministerium geschlossen.

“Die langjährige Partnerschaft zwischen Italien und Deutschland auf dem Gebiet der Konstruktion konventioneller Uboote hat sich als beispielhaft für eine tragfähige und erfolgreiche Regierungskooperation in Europa erwiesen. Die Uboot-Klasse U212A stellt in technischer und operativer Hinsicht eine ausgesprochen bewährte Plattform dar, ist logistisch sehr gut integriert und gehört zu den besten auf dem Markt. Mit der heutigen Unterzeichnung, die die bisherige Kooperation im Unterwasserbereich um die Aspekte Forschung und Technologie erweitert, werden unsere hervorragenden Beziehungen auf Regierungs- und industrieller Ebene weiter gefestigt“, sagte Konteradmiral Ruggiero Di Biase, der als Leiter der Koordination von Rüstungsprogrammen im italienischen Verteidigungsministerium das Abkommen für Italien unterzeichnete. Und weiter: „Es ist zu erwarten, dass dieses Kooperationsmodell, das sich sowohl in der Planungs-, als auch in der Beschaffungsphase mit Erfolg bewährt hat, bald durch andere europäische Nationen erweitert wird, die heute mit großem Interesse solche Möglichkeiten in Betracht ziehen. Die Kosteneinsparung ist signifikant, die Vorteile bei der Nutzung und der Interoperabilität sind zweifelsfrei gegeben. Dies stellt den einzig gangbaren Weg dar, um die eigenen Unterwasserkräfte zu erneuern und eine lange Nutzungsdauer sicherzustellen.“ Begleitet wurde er durch Konteradmiral Dario Giacomin, dem Leiter des italienischen Uboot-Programms.

Harald Stein, Präsident des BAAINBw und Vertragsunterzeichner für die deutsche Seite, unterstrich dies deutlich: „Bereits seit über 20 Jahren arbeiten wir erfolgreich mit Italien im Bereich der Uboot-Klasse U212A zusammen und freuen uns, die bestehende Partnerschaft nun verlängern und erweitern zu können. Ich bin davon überzeugt, dass diese Kooperation auch zukünftig für unsere beiden Nationen gleichermaßen gewinnbringend ist. Zudem besitzt sie durchaus Modellcharakter für den Rüstungssektor – und bietet Potential für Erweiterungen.“

Das erste Abkommen dieser Art (englisch, „Memorandum of Understanding“) wurde 1996 geschlossen und zwischenzeitlich ergänzt. Jetzt beabsichtigt Italien, weitere Uboote zu beschaffen und setzt dabei auch zukünftig auf die deutsche Uboot-Technologie, die unlängst vom Bundesministerium der Verteidigung zur Schlüsseltechnologie erklärt wurde.

Die reibungslose Kommunikation und Zusammenarbeit mit den italienischen Streitkräften wird durch ein in Koblenz stationiertes italienisches Verbindungsbüro gewährleistet, das weitgehend in die Strukturen des BAAINBw und des dort geführten Uboot-Projektes eingebunden ist.

Bislang hat Italien vier Uboote der Klasse U212A beschafft, die weitgehend identisch zu den deutschen Ubooten der gleichen Klasse sind. Das vierte Uboot steht kurz vor der Auslieferung an die italienische Marine. Gebaut werden sie durch die italienische Werft Fincantieri in La Spezia, das deutsche Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel ist dabei für das Design verantwortlich.

 

 

 

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