Kommando Cyber- und Informationsraum offiziell in Dienst gestellt

Übergabe der Truppenfahne des Kommandos Cyber- und Informationsraum (Foto: cpm/FW)

Das neue interne Verbandsabzeichen für den Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum (Quelle: PIZ KdoCIR)

 

Nach monatelanger Aufbauarbeit wurde heute das Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR) von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen unter den Augen vieler hochrangiger geladener Gäste aus Bundeswehr, ausländischer Militärs und Wirtschaft auf der Hardthöhe in Bonn offiziell in Dienst gestellt. Gleichzeitig übernahm Generalleutnant Ludwig Leinhos als Inspekteur das Kommando über den sechsten militärischen Organisationsbereich und steht damit auf der gleichen Ebene mit den Inspekteuren der anderen militärischen Organisationsbereiche Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst und Streitkräftebasis. Mit ca. 260 zivilen und militärischen Angehörigen startet die Arbeit des Kommandostabes. Mit der zum 1.7.2017 geplanten Unterstellung des Kommandos Strategische Aufklärung (ca. 5.500 Mitarbeiter), des Führungsunterstützungskommandos (5.000), des Zentrums Operative Kommunikation (800) und des Zentrums Geoinformationswesen der Bundeswehr (700) und bis 2021 weiteren 1.500 Fachkräften wird der neue Organisationsbereich gut 13.500 Mitarbeiter beschäftigen. Die jeweiligen Standorte sollen erhalten bleiben.

Die Hauptaufgabe des KdoCIR liegt im Wesentlichen in der Abwehr von Häckerangriffen auf Rechner bzw. Waffensysteme der Bundeswehr, aber auch das Angreifen fremder Netze soll möglich gemacht werden.

Mit der Bündelung der fachlichen Aufgaben Cyber, Informationstechnik, Militärisches Nachrichtenwesen, Geoinformationswesen und Operative Kommunikation stehen dem Kommando enorme Herausforderungen bevor, die es zu bewältigen gibt. Denn die moderne Kriegsführung erfolgt schon lange nicht mehr nur aus der Luft, dem Wasser oder vom Lande aus, sondern in zunehmendem Maße durch IT-Netze. So wurden alleine die Rechner der Bundeswehr in den ersten neun Wochen diesen Jahres mehr als 284.000 Mal angegriffen.

Zukünftig sollen für die Bewältigung dieser vielfältigen Aufgabe nicht nur Fachkräfte angeworben werden, sondern „wir bilden auch selber aus“, so die Verteidigungsministerin in ihrer Rede. So soll ein internationaler Master-Studiengang ab Januar 2018 für 70 Studenten an der Universität der Bundeswehr in München an den Start gehen.

Die ersten sichtbaren Markenzeichen des neuen Kommandos gebe es auch schon, teilte Generalleutnant Ludwig Leinhos nicht ohne Stolz den Gästen in seiner Ansprache nach der Indienststellung mit: das blaue Barett sowie das neue Verbandsabzeichen, auf dem ein „Virus“ und die Weltkugel dargestellt sind. Der neu komponierte Cyber-Marsch durfte hierbei natürlich auch nicht fehlen.

 

 

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