TKMS - Virtual Total Ship Training

(Foto: TKMS)

Virtual Total Ship Training

Um die operative Verfügbarkeit von Marineeinheiten zu erhöhen und das Ausbildungsniveau zu steigern, hat Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mit ViSTIS® (Virtual Ship Training and Information System) als Trainingstool mit modularer Systemarchitektur eine system-integrierende Lösung entwickelt, die bestehende Hardware, Simulationen und die virtuelle Welt verbindet. Dieses Konzept nutzt Virtual-Reality Elemente und bildet damit die Hand-vor-Ort Bedienung und Sicherheitsrelevante Szenarien ab, die in den bestehenden Simulatoren bisher nicht abgebildet oder trainiert werden können. Diese Entwicklungen moderner Ausbildungstechnologien sollen im Verbund mit der Expertise des jahrelangen Trainings von Kundenmarinen dazu dienen, ein Trainingskonzept anzubieten, was es in dieser Form auf dem Weltmarkt bisher nicht gibt.

Ein solcher Ansatz ist ein Blended-Learning Konzept, das jenes beschriebene klassische Crew-Training und die Möglichkeiten einer simulationsunterstützten Folgeausbildung verbindet.

Erst- und Folgeausbildung der Besatzungen müssen in einem solchen Konzept ganzheitlich bedacht werden. Klassische Kategorien wie Präsenztraining und moderne Ausbildungstechnologien müssen effektiv verbunden werden.

Eine Lösung, die diese funktionalen Anforderungen vereint, ist das Blended-Learning Konzept innerhalb des Virtual Total Ship Training. Den ersten Teil stellt ein Basis-Paket aus virtuellem Schiff und grundlegender Systemeinweisung dar. Hierfür wird der Kundenmarine und der thyssenkrupp Marine Systems Fahrmannschaft ein virtuelles Schiffsmodell und eine virtuelle Bordeinweisung (On-board Orientation) zur Verfügung gestellt. Für die Visualisierung wird auf Basis der 3D CAD Daten das virtuelle Schiff in einer 3D-Echtzeit  GameEngine, der CryEngine®, erstellt. Die CryEngine® wurde gewählt, um realitätsnah auszubilden, denn sie liefert eine fotorealistische Grafikqualität, bordidentischen Sound und bietet Schnittstellen, um via DIS/HLA externe Simulationen anzubinden.

Anschließend an die On-board Orientation wird im ersten Trainingslevel mit einer grundlegenden Systemeinweisung über Transparenzen, Fließbilder und Rohleitungs-Animationen einzelner Systeme und Anlagen begonnen. Dieser erste Trainingslevel unterscheidet sich – singulär betrachtet – noch nicht von bekanntem simulationsbasierten Training. Das Besondere an dem neuen Blended-Learning Konzept ist nun jedoch, dass diese Visualisierung baubegleitend fertig gestellt wird und direkt in die typ- und verwendungsreihen-spezifische Erstausbildung eingebunden wird. Die thyssenkrupp Marine Systems Fahrmannschaft hat somit die Möglichkeit, jederzeit an Bord – jetzt virtuell – auszubilden. Das ist auch möglich, wenn das Originalschiff auf der Werft für Ausbildungszwecke wegen zeitkritischer Bauphasen nicht zur Verfügung steht.

Anschließend an dieses Basis-Paket startet das Equipment Training. In dem zweiten Trainingslevel startet die verwendungsreihenspezifische Systemausbildung in der virtuellen Welt. Hier werden dem Trainee alle relevanten Systeminformationen, Abhängigkeiten und Bedienverfahren vermittelt, die er für seine Arbeit an Bord benötigt. Durch die Integration in das virtuelle Schiff wird der theoretische Lerninhalt bestens mit der Praxis verbunden.

Die erworbenen Kenntnisse über die Systeme und Anlagen werden dann in der virtuellen System Instruction, dem dritten Trainingslevel, angewandt. In dieser Ausbildungsstufe sind die bordidentischen Anlagen in der virtuellen Welt vollständig bedienbar. Hinter der reinen Visualisierung der Anlagen/Systeme befindet sich die korrekte mathematisch-physikalische Simulation, sodass die Hand-vor-Ort Bedienungen in der virtuellen Welt dieselbe Auswirkung haben wie an Bord. Neben dem Erlernen der korrekten Verfahren in der Bedienung der Anlagen, können in dieser Phase Szenarien trainiert werden, die im echten Bordbetrieb eine Gefahr für Leib und Leben darstellen oder das Material beschädigen oder gar zerstören würden.

Der letzte fehlende Schritt hin zu einem bordidentischen Virtual Total Ship Training ist dann das virtuelle Pier and Sea Training. Die Ausbildung kann ein Part-Task Team Training von kleinen Gruppen, aber auch der gesamten Besatzung sein. In diesem Training Level ist nicht nur das komplette virtuelle Schiff bedienbar, sondern –  das Besondere an der Idee der Virtual Total Ship Training –  die vollständige Anbindung von Großsimulatoren (z.B. Submarine Control Simulator, Command-Team-Trainer).

 

 

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