MTU Aero Engines: Vorreiter für eine erfolgreiche Kooperation mit der Bundeswehr

(Foto: MTU Aero Engines)

MTU Aero Engines als Vorreiter für eine erfolgreiche Kooperation mit der Bundeswehr

Seit gut vierzehn Jahren setzen die MTU Aero Engines und die Bundeswehr Triebwerke gemeinsam an einem Ort instand – in den Werkshallen der MTU. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kooperation vertieft die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bundeswehr, vermeidet Doppelkapazitäten und ermöglicht den effizienten Einsatz von Ressourcen. Die anfängliche Skepsis, Soldaten in einem industriellen Unternehmen arbeiten zu lassen, verflüchtigte sich schnell. Kurz: Das Konzept ist heute ein Erfolgsmodell.

Mit dem Eurofighter betreibt die Bundeswehr eines der modernsten Flugzeuge seiner Klasse. Bei der Betreuung des Antriebs gehen die MTU Aero Engines und die Bundeswehr seit mehr als einem Jahrzehnt gemeinsame Wege: Die Instandhaltung des EJ200 erfolgt seit dem Jahr 2002 im Rahmen einer Kooperation unter Regie der Industrie. Zum damaligen Zeitpunkt ein Novum. Und die Zusammenarbeit lief so erfolgreich, dass sie heute drei Triebwerkstypen umfasst – neben dem EJ200 zählen dazu der Tornado-Antrieb RB199 und das Tiger-Triebwerk MTR390. Die Instandhaltungsarbeiten erfolgen alle im MTU-Betriebsteil im Fliegerhorst Erding.

Nach der Beschaffung des Eurofighters Ende der 1990er Jahre standen beim Militär die Betriebskosten für dieses Flugzeug auf dem Prüfstand. „Die Instandhaltung der Triebwerke ist dabei ein wesentlicher Posten“, erklärt Klaus Günther, Leiter der militärischen Programme bei der MTU. „Um die Betriebskosten beim System Eurofighter spürbar zu senken, musste man auch bei den Triebwerken ansetzen.“ Es wurde ein Konzept aufgesetzt, das Soldaten der Bundeswehr wie ganz normale MTU-Mitarbeiter in die Abläufe des Unternehmens integrierte: Anstatt die Triebwerksinstandsetzung wie bisher sowohl in der Luftwaffenwerft als auch beim Triebwerkshersteller durchzuführen, sollte dies künftig ausschließlich im Triebwerksshop der MTU geschehen, und zwar unter Beteiligung entsprechend ausgebildeter Soldaten. Nach der Vertragsunterzeichnung Mitte 2002 traten die ersten Soldaten Anfang 2003 ihren Dienst beim Triebwerkshersteller in München an. 

Die Zusammenarbeit lief so erfolgreich, dass das Konzept auf weitere Triebwerkstypen ausgeweitet wurde. Ende 2005 nahmen Luftwaffe und MTU das Phantom-Triebwerk J79, den Tornado-Antrieb RB199 und das RR250-C20 des Panzerabwehr- und Unterstützungshubschraubers Bo 105 in die Kooperation auf. Die Instandsetzung erfolgte im neu gegründeten MTU-Betriebsteil im Fliegerhorst Erding; damit war die MTU 2006 das erste Unternehmen, das eine Instandsetzungslinie innerhalb einer Bundeswehrliegenschaft eingerichtet hat.  Einige Jahre später folgte das Tiger-Triebwerk MTR390. Seit der Ausmusterung von Phantom und Bo 105 liegt der Fokus auf den Triebwerksmustern EJ200, RB199 und MTR390. Sämtliche Instandhaltungsarbeiten, für die die Triebwerke vom Flügel abgenommen werden müssen, werden im Rahmen der Zusammenarbeit erledigt. Zum Leistungsportfolio gehören Ersatzteilmanagement und –prognose, Schadensuntersuchungen, Produktbeobachtungen und Qualitätsuntersuchungen. Die Gesamtverantwortung der Instandhaltung liegt bei der MTU, die Soldaten bleiben jedoch personell weiter der Bundeswehr zugeordnet. Einzige Ausnahme sind einfache Checks sowie der Tausch von Anbaugeräten am eingebauten Triebwerk – das bleibt weiterhin Aufgabe der Soldaten am jeweiligen Einsatzort.

Ein statisches Gebilde ist die Kooperation jedoch nicht. Sie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit der Bundeswehr wird bereits über die nächste Stufe der Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der Nationalen Kooperation Triebwerk (WEK-T) nachgedacht. Ziel ist es, der Bundeswehr eine allumfassende Verfügbarkeit von Triebwerken zu garantieren – und zwar auf Basis von Verfügbarkeitskonzepten, wie sie in der zivilen Luftfahrt üblich sind.

 

 

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