Heimspiel für Thales

Das Aufklärungssystem „Light-weight Ground Surveillance Radar“ auf Manpack-Basis, hier auf einem Dreifuß im Einsatz. (Quelle: Thales)

 

Thales verfolgt seit 2013 eine intern entwickelte, strategische Vision, die die betriebswirtschaftliche Marschrichtung für die nächste Dekade des Unternehmens festgelegt hat. Die Treiber einer positiven unternehmerischen Zukunft sollen dabei Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und der Mensch sein. Wettbewerbsfähigkeit kann sich unter anderem auch durch ein breites und vor allem leistungsfähiges Produktportfolio wiederspiegeln. Das französische Unternehmen mit einer Tochter in Deutschland präsentierte auf der EUROSATORY 2016 ein entsprechendes Sortiment an Innovationen und Weltneuheiten.

Dort wurde unter anderem das Light-weight Ground Surveillance Radar „Ground Observer 12“ vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein Radar, das auf Truppebene zum Einsatz gebracht werden kann – ein Aufklärungssystem auf Manpack-Basis. Mögliches Szenario könnte der abgesetzte Aufklärungstrupp sein, der zum Beispiel in Mali seinem Auftrag nachkommt. Dabei kommt dem Gerät vor allem das geringe Gewicht von 16 kg für den Sensor zugute. Dieser kann auf einem Stativ, auf Fahrzeugen oder Behelfsmasten montiert und innerhalb von zwei Minuten (laut Hersteller) zum Einsatz gebracht werden. Die Batterie des Systems hat eine durchschnittliche Kapazität von sechs Stunden, je nach Einsatzparameter. Dabei wurde die Einsatzmöglichkeit im gesamten Klimaspektrum (-32°C bis +65°C) nachgewiesen. Primäre Aufklärungsziele sollen vor allem Personen (Aufklärung bei 12 km Entfernung) und leichte Fahrzeuge (12 km) im Einsatzgebiet sein. Größere Objekte werden entsprechend früher erkannt. Für eine Armee im Einsatz stellt dieses Aufklärungsmittel – vor allem für leichte Infanterie – eine durchaus sinnige Ergänzung zur vorhandenen Bodensensorik dar. Eine robustere Lösung der Kampfunterstützung wurde in Zusammenarbeit mit der Thales-Tochter TDA in Form des 120mm Rifled Recoiled Mounted Mortar System (120 2R2M System) präsentiert. Das System hat mit der Standardmunition eine Reichweite von 8,1 km, mit raketengestützter Munition sogar 13 km. Die Herstellung der Feuerbereitschaft für den auf einem Fahrzeug integrierten Mörser liegt laut Hersteller unter einer Minute. Die Feuerrate liegt bei zehn Projektilen pro Minute. Eine Integration der Waffe in das Leuchtturmprojekt der französischen Armee SKORPION wäre denkbar.

Das rege Treiben auf dem Thales-Display unterstrich das große Interesse der Franzosen an der heimischen Rüstungsindustrie – Heimspiel!

Vollautomatisiertes Nachladen des 120mm Mörsersystems. (Quelle: cpm)

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