Grenadiere auf der Überholspur

Der PUMA setzt neue Maßstäbe im Bereich Schutz, Feuerkraft und Mobilität. (Quelle: Rheinmetall)

Abgesetzte Panzergrenadiere üben mit ihrem neuen Hauptwaffensystem. (Quelle: Rheinmetall)

 

„Mit dem neuen Schützenpanzer PUMA rollt die deutsche Panzergrenadiertruppe seit Sommer 2015 konstant auf der Überholspur“ schrieb unser Hauptstadtkorrespondent Volker Schubert im cpm Forum, Ausgabe 6 „Landstreitkräfte“ des vergangenen Jahres. Um im Bild zu bleiben, hat man, was die Auslieferung des Schützenpanzers angeht, einen Gang höher geschaltet. Das Panzergrenadierbataillon 33 aus Neustadt hat bereits die ersten Panzer übernommen und die künftigen PUMA-Besatzungen des Verbandes durchliefen die Ausbildung in Munster. Die Übergabe und Implementierung des Waffensystems PUMA läuft also auf Hochtouren. Ziemlich genau vor einem Jahr nahm Generalleutnant Rainer Korff, der Kommandeur Deutsche Anteile Multinationale Korps und Militärische Grundorganisation, symbolisch den ersten Zündschlüssel für das Deutsche Heer entgegen. Damals übergab die Projekt System & Management GmbH (PSM) in einer entsprechenden Zeremonie den künftigen Schützenpanzer an die Truppe. Mit der sogenannten Nutzungsstufe 1 hatte der PUMA einen Einsatzgrad erreicht, der es erlaubte, eine entsprechende Umschulung auf das neue Waffensystem zu initiieren.

Nicht wenige behaupten, dass der PUMA durch seine Leistungsparameter neue Maßstäbe setzt. Dem Gefechtsgrundsatz „Feuer und Bewegung“ verleiht der Schützenpanzer eine neue Dynamik. Vor allem die neu entwickelte MK 30-2/ABM 30-mm-Maschinenkanone, das Primärwaffensystem, ist State-of-the-Art. Sie ist voll stabilisiert und kann panzerbrechende Munition (APFSDS) genauso wie tempierbare Air Burst Munition (ABM) verschießen. Die Umsetzzeit der Projektile kann hierbei individuell programmiert werden. Weiche Ziele können zusätzlich mit dem MG4 bis 400 m bekämpft werden. Hartziele können bis auf 4.000 m mit dem mehrrollenfähigen leichten Lenkflugkörpersystem MELLS ausgeschaltet werden. Erfahrungen aus dem Afghanistaneinsatz haben dazu geführt, dass man im Bereich Schutz neue Standards setzen musste. Hier wurde während der Entwicklungsphase nachjustiert. Heraus kam ein modulares Schutzsystem, das international für Aufsehen gesorgt hat. Es besteht aus passiven und aktiven Komponenten. Durch die Modularität der entsprechenden Komponenten ist ein hohes Maß an Aufwuchspotenzial gegeben. Gerade mit Blick auf die Luftverladbarkeit des Systems mit dem Transportflugzeug A400M, wurden mit der modularen Schutzausstattung neue Wege beschritten. Durch sie bleibt der Panzer beim zulässigen Gesamtgewicht von 31,45 Tonnen. Mit dem Aggregat von 800 kW und einem Hubraum von elf Litern erreicht der PUMA eine Höchstgeschwindigkeit von über 70 km/h und kann somit mit dem LEOPARD II schritthalten. Insgesamt werden 350 Fahrzeuge an die Truppe ausgeliefert. Bis zur Herstellung der finalen Nutzungsstufe werden noch einige Jahre vergehen. Man kann jedoch sagen, dass die Panzergrenadiertruppe bereits den Blinker links gesetzt hat.

 

 

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