MNKdo Operative Führung: Auftrag erfüllt – Ulmer Kommando zurück von JODY 16

General Volker Wieker (links), Generalleutnant Richard Roßmanith (Mitte) und Generalleutnant Martin Schelleis während des Besucher- und Medientags der Übung JODY 16 in Garlstedt bei Bremen. (Foto: Bundeswehr, PIZ KdoSKB, Roland Alpers)

Auf einem Kartenmodell planen Soldaten die Verlegung bei JODY 16. (Foto: Bundeswehr, MN KdoOpFü, Ulrich Kallinger)

Auftrag erfüllt – Ulmer Kommando zurück von JODY 16

In den letzten Wochen hat die Bundeswehr eine der größten Verlegungen von Streitkräften seit dem Kalten Krieg geübt. JODY 16, so der Name der militärischen Übung, forderte 2.000 Soldaten und zivile Experten aus 17 Nationen mit 430 Fahrzeugen unter der Führung von Generalleutnant Richard Roßmanith bei einem Aufmarsch in einem fiktiven Einsatzland, real durchgeführt in Norddeutschland.

Nach der NATO-Bewährung während der Großübung Trident Juncture im Herbst 2015 in Spanien und nun der Bundeswehrübung mit multinationaler Beteiligung, JODY 16, steht als nächstes die Führung der schnellen Eingreifkräfte der Europäischen Union, die EU Battle Group 2016 für das 2. Halbjahr 2016 im Auftragsbuch des Ulmer Militärstabes.

Der höchste Soldat der Bundeswehr, General Volker Wieker, ist sichtlich zufrieden: „Es ist eindrucksvoll, wie diese selbst in der NATO und der EU kritische Fähigkeit bewältigt wurde“, bestätigt er den rund 150 geladenen Gästen des Besucher- und Medientages der Bundeswehr-Großübung JODY 16 in Garlstedt bei Bremen.

Generalleutnant Roßmanith, Befehlshaber Ulmer Kommando: „Wir können es noch.“

Das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm hatte vor zwei Jahren vom Inspekteur der Streitkräftebasis (SKB) den Auftrag erhalten, die für die Bundeswehr größte Verlegeübung seit über 20 Jahren, Joint Derby 2016 (JODY 16), zu planen, vorzubereiten, zu organisieren und zu führen. Nach zwei Wochen intensiver Zusammenarbeit von 2.000 Soldaten aus 17 Nationen ist die Übung beendet. „Erfolgreich beendet“ wie der Befehlshaber Generalleutnant Richard Roßmanith auch rückblickend auf die „Reforger“-Übungen der NATO während des Kalten Krieges feststellt: „Wir können es noch“.

General Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr: „Miteinander funktionieren ist die große Herausforderung.“

Das Ulmer Kommando hat für die Übung ein sogenanntes Joint Logistics Support Group Headquarters, einen logistischen Einsatzstab, verstärkt durch zivile und militärische Experten aus der gesamten Bundeswehr und 16 weiteren Nationen aufgestellt. Übungsinhalt und Herausforderung für diesen Stab war es, mit rund 1.200 Mann der EU Battle Group 2016 den Aufmarsch in einem fiktiven Einsatzland zu trainieren. Nach der strategischen Verlegung, für die jedes am Einsatz beteiligte Land noch selbst verantwortlich ist, gilt es dann für die gemeinsame Einsatzführung, das Eintreffen im Einsatzland zu koordinieren. Dies bedeutet, dass das Personal, das per Lufttransport eintrifft, und das Material, das verschifft worden war, zunächst zusammen zu bringen. Dann erfolgt die Versorgung u.a. mit Verpflegung, Unterkunft, Sprit und Munition, das Herstellen der Einsatzbereitschaft muss unterstützt und der weitere Marsch zum endgültigen Einsatzort durchgeführt und gesichert werden, bevor die Streitkräfte dort von ihren Vorauskommandos aufgenommen werden.

Bei JODY 16 waren hierzu der Hafen Bremerhaven und der Flugplatz Nordholz der Sammelraum sowie Sitz der Gefechtsstände des logistischen Einsatzstabes Garlstedt und der Einsatzraum der Truppenübungsplatz Munster/Bergen. Rund 1.200 Mann mit 430 Fahrzeugen aus 3 RoRo-Schiffen, 21 Flüge, teilweise mit dem brandneuen A400M, 50 Straßenkonvois, 76 Containertransporte – die beeindruckenden Zahlen dieser Übung. Damit daraus nicht nur eine profane Marschübung, sondern eine komplexe militärische Operation wurde, sorgte die Übungsleitung für die Einspielung zahlreicher „injects“, die bewältigt werden mussten: Unfälle, Ausfälle, Vorfälle.

Generalleutnant Schelleis, Inspekteur SKB: „JODY wird jedenfalls wiederholt, dann noch schwieriger.“

„Immer wieder beeindruckt vom Leistungsspektrum“ zeigt sich auch der Auftraggeber der Übung Inspekteur Schelleis zufrieden. Mit der Neuausrichtung der NATO und dem verstärkten Fokus auf die Bündnisverteidigung der NATO ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland zum Gastland für Aufmärsche von Streitkräften der NATO wird, höher geworden, dafür müsste besonders die für solche Aufgaben zuständige SKB gut vorbereitet sein, antwortet er während des Pressegespräches. Deshalb gelte es nun, die Erkenntnisse und Erfahrungen aus JODY 16 penibel zu erfassen und auszuwerten sowie in Vorschläge zu Vorschriftenänderungen und Konzeptentwicklungen umzusetzen. Damit beauftragt er das Ulmer Kommando, das damit noch einige Monate intensiv gefordert sein wird.

Generalleutnant Roßmanith: „Präzise wie eine Nähmaschine.“

Genau so hätten die Teilnehmer die Einzelteile zu einem Gesamten zusammengefügt und „Bilder geschaffen und uns eine Vorstellung gegeben“, bedankt sich der Ulmer General während des „Hot Wash Up“, einer ersten Übungsbesprechung unmittelbar nach Ende von JODY 16 am 22. April in Garlstedt, im Übungszentrum der Logistikschule der Bundeswehr.

Sein Kommando in Ulm hat nach der ersten NATO-Bewährung während der Großübung Trident Juncture im Herbst 2015 in Spanien und nun der deutschen Bundeswehrübung mit multinationaler Beteiligung JODY 16 als nächstes die Führung der schnellen Eingreifkräfte der Europäischen Union, die EU Battle Group 2016, für das 2. Halbjahr 2016 zu bewältigen, bevor 2017 dann wieder die NATO mit der Übung „Saber Strike 2017“ das Auftragsbuch des Kommandos strapaziert.

„Nach der Übung ist vor der Übung“ ist für das Ulmer Kommando nicht nur ein soldatisches Sprichwort, sondern Realität.

 

 

 

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